Die ersten 24 Stunden

Ueli Nägeli

Die ersten Stunden nach einem Unfall oder bei einer Erkrankung sind Höhlenforscher auf sich selber angewiesen. Wir sind uns dessen immer bewusst gewesen. Welche Möglichkeiten haben wir? Trotz moderner Mittel stossen wir hier an Grenzen. Wie können wir damit umgehen? Unsere Rettungsorganisation SSS arbeitet nun mit der ARS/Rega und mit deren professionellem Hintergrund zusammen. Das ändert nichts daran, dass Hilfe immer erst verzögert geleistet werden kann. Im SSS ist es zu einem Strukturwandel gekommen, der zwar die professionellen Kräfte im Bereich Medizin höhlengerecht schult, den Rettern selbst aber weniger Kompetenzen gibt. Für die erste Zeit, in der Regel etwa 10-24 Stunden, eventuell auch länger, bleiben Höhlenforscher auf sich allein angewiesen. Sie sollten selber kompetent und nach heutigem Wissensstand arbeiten können und müssen sich dafür die geeigneten Kenntnisse und Kompetenzen aneignen können. Die heutigen Kommunikationsmittel geben uns die Möglichkeit, dass auch Laien, angeleitet durch Fachleute, lebensrettende und lebenserhaltende Massnahmen kompetent durchführen können, die sie von sich aus nicht könnten. Die Voraussetzungen dazu sind: Ein Minimum an Kenntnissen, Fertigkeiten und Sicherheit sowie die Verfügbarkeit des notwendigen Materials. In der Arbeitsgemeinschaft Höllochforschung AGH führen wir diese Ausbildung seit über 40 Jahren durch. Wir haben ein Kurssystem entwickelt und über die Jahre laufend ausgebaut. Schwerpunkte sind Patientenbeurteilung mit Befund-Protokoll, Schmerzbekämpfung, Schockbekämpfung, Fixationen sowie überlebenssichernde Massnahmen wie Wärmeerhalt und Pflege. Dazu kommen Grundlagen der Krankheitslehre und Umgang mit Medikamenten. Wir wollen diese Ausbildung weiterführen und stellen zur Diskussion, ein Konzept auf nationalere Ebene, also in der SGH, zu schaffen.