Neuforschungen im Höllengebirge (OÖ) 2014-2018

Barbara Wielander

Das Höllengebirge westlich von Ebensee (Oberösterreich) ist ein Karstplateau am Nordrand der Nördlichen Kalkalpen. Dominanter Höhlentyp sind Schächte, der derzeit tiefste Schacht am Feuerkogel ist der 191 m tiefe Steinkogelschacht. Im Jahr 2014 begann der Ebenseer Höhlenverein in Kooperation mit weiteren österreichischen Höhlenvereinen mit der systematischen Erforschung der Höhlen rund um den Feuerkogel (1592 m). Während fünf Expeditionswochen, welche jährlich im Sommer stattfanden, konnten mehr als 20 Höhlen befahren und dokumentiert werden und zahlreiche weitere Objekte wurden als katasterwürdig vermerkt. 2016 wurde mit der versteckt in den Latschen gelegenen Hochschneideishöhle ein beeindruckender Fund getätigt. Den Einstieg in die noch nicht zur Gänze erforschte Höhle stellt ein großräumiger Schacht dar; in 120 m Tiefe gelangt man in den mit zahlreichen Eisfiguren geschmückten Eissalon und zum vorläufig tiefsten Punkt der Höhle. Im Einstiegsschacht befindet sich ein rund 80 m mächtiger Eisblock. Radiokarbon-Datierungen ergaben, dass die tiefsten Schichten des Eises im 14. Jahrhundert n. Chr. gebildet worden sind. 2018 wurde mit der Historischen Höhle im Edltal eine Höhle mit einem niedrigen, labyrinthischen Horizontalteil entdeckt. Eine Inschrift aus 1941 zeigt, dass die Höhle schon vor mehr als 70 Jahren vom Salzburger Höhlenforscher Walter von Czoernig-Czernhausen gefunden aber anschließend in Vergessenheit geraten war.